Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Apg. 5,29

Monatsspruch Juni 2021

 

Kaum ist Jesus von seinen Gegnern „aus dem Verkehr gezogen“, da versuchen die „Mächtigen“ jener Zeit, angeführt vom Hohenpriester in Jerusalem, die Apostel und Jünger Jesu endlich mundtot zu machen. Dies misslingt, weil die Gegner Jesu ihre Rechnung ohne den wirklich allein mächtigen Gott und Vater Jesu Christi machen. Es ist eine spannende Geschichte über „Macht und Ohnmacht“, die uns da im 5. Kapitel der Apostelgeschichte berichtet wird.
Schon immer dachten die „Mächtigen dieser Welt“, dass die Menschen ja nur als ihre „Untertanen“ zu gehorchen haben. Und schon immer wurde es „ungemütlich“, wenn Einzelne anfingen, sich aus der „Machtabhängigkeit“ der jeweiligen Zeit zu lösen um ihr Vertrauen auf den allmächtigen Gott und sein Wort zu setzen.


Von einer, der wohl bekanntesten Personen menschlichen Widerstandes gegen die Obrigkeit, schreibt Axel Kühner in seinem Buch „Eine gute Minute“. 365 Impulse zum Leben, Aussaat Verlag, folgenden Text:

Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir! Amen“, waren Martin Luthers mutige Worte gegen die Übermacht von Kaiser und Papst. Luther war im Gewissen an Gott gebunden und blieb tapfer bei seiner Überzeugung.

Er stellte Gottes Wort höher als die Meinung der Menschen und Mächtigen. Treu an Gott gebunden, wurde Luther so der Wegbereiter für eine neue Zeit, eine neue Sicht, für eine neue Entdeckung des Evangeliums. Im Gewissen an Gott gebunden, war er frei von den Diktaten der Herrschenden und machte damit den Weg frei für neue Einsichten.
Andere haben später den Satz Luthers ähnlich wiederholt. Aber unter der Hand wurde aus der Treue zu Gott die Trägheit in sich selber. Und dann hieß es: “Hier stehe ich, ich mag nicht anders!“
Die Standpunkte sind klar, die Wahrheiten bekannt, die Wege vertraut, das Gelernte bewährt. Was soll das Neue und andere Fremde und Ungewohnte? Man verwechselte Treue mit Trägheit, Beharrlichkeit mit Erstarrung und Verbindlichkeit mit Bequemlichkeit. Im Unterschied zu Luther hat diese Haltung das Neue verhindert und Veränderungen blockiert.
Noch ganz anders formuliert mancher im Trotz den Satz Luthers: „Hier stehe ich, ich kann auch noch ganz anders!“ Im Gefühl einer vermeintlichen Überlegenheit drohen sich Menschen, um sich zu behaupten und Respekt zu verschaffen. Es sieht wie imponierende Stärke aus und ist doch nur ängstlicher Trotz und Zeichen der Schwäche. Was bestimmt uns? Die Treue zu Gott, die den Weg frei macht? Die Trägheit in uns, die Neues verhindert? Oder der Trotz anderen gegenüber, der zum fruchtlosen Streit führt?
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ Apg. 5,29

Die Apostel und Jünger damals jedenfalls verlassen sich ganz auf den mächtigen Gott, der dem Tod in der Auferstehung Jesu die Macht genommen hat, und diesen Jesus zum Fürsten und Heiland gemacht hat – für alle Menschen; Vers 31.
Darauf lasst uns unser Vertrauen ebenfalls setzen.

Ihr/euer Volker Sturm