Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebr. 11,1

Zugegeben, die letzten Tage und Wochen waren wieder katastrophal..., schlimm..., anstrengend. Immer, wenn der Druck von außen oder innen zu stark wird, schwindet meine Zuversicht, die Negativspirale beginnt sich zu drehen. Da hilft es mir, stehen zu bleiben und Ausschau zu halten nach dem, was in mir Glück und Seligkeit bewirken kann. Dabei bin ich über den folgenden Text der Kleinen Schwestern/Paris „gestolpert“.

Ich gebe ihn (den Text) hier weiter, damit seine Wirkung unser Glauben und Hoffen ansteckt mit Glückseligkeit:


S e l i g

  • die Humorvollen und Weisen.
  • die, die über sich selbst lachen können; sie werden immer genug Unterhaltung finden.
  • die, die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können; sie werden sich viel Ärger ersparen.
  • die, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden.
  • die, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen.
  • dIe, die intelligent genug sind, um sich selbst nicht ernst zu nehmen; sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.
  • die, die aufmerksam sind für die Winke der anderen, ohne sich jedoch für unersetzlich zu halten; sie werden viel Freude säen.
  • die, die lächeln können und kein böses Gesicht machen; ihre Wege werden sonnenbeschienen sein.
  • die, die fähig sind, das Verhalten der anderen mit Wohlwollen zu interpretieren; sie werden zwar für naiv gehalten werden, aber das ist der Preis der Liebe.
  • die, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden im Leben sehr weit kommen.
  • die, die denken, bevor sie handeln, und beten, ehe sie denken; sie werden eine Menge Dummheiten vermeiden.
  • die, die schweigen und lächeln können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet oder auf die Zehen tritt; sie sind dem Geist des Evangeliums sehr nahe.
  • die, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben; sie werden Licht und Güte und Freude ausstrahlen.

Euer Volker Sturm

Jesus Christus spricht:
Es ist vollbracht!

Johannes 19,30

Dieser Tage hörte ich folgende Bemerkung: „Wenn du das Ende der Erde erreichen willst, dann wundere dich nicht, die Erde ist eine Kugel, nicht eine Scheibe!“ 
Was versuchen wir Menschen nicht alles, um unsere großen oder kleinen Ziele zu erreichen. Wie viel Mühe machen wir uns, um alles fertig zu kriegen. Wie enttäuscht sind wir oft, weil es wieder mal nicht geklappt hat und wir am Ende uns so fühlen wie am Anfang. Wir werden nie fertig mit Lernen, Denken, Arbeiten, Planen, Erreichen... 

Je weiter wir kommen, um so ferner scheint oft das Ziel. Da hilft mir doch tatsächlich diese Erkenntnis: Die Erde ist keine Scheibe, es gibt gar kein Ende, sondern immer wieder einen neuen Anfang, einen neuen Weg, eine neue Ahnung, eine neue Aufgabe. Als Jesus am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht!“, lagen Jahre der Mühe hinter ihm! Jahrhunderte, Jahrtausende, ja vielleicht Jahrmillionen der Mühe, der Anstrengung, der Liebesversuche lagen hinter ihm und hinter Gott dem Vater und Geist. Die schier verzweifelten Versuche, den Menschen in seinem freien Willen in eine freiwillige Lebens- und Liebesbeziehung mit anderen Menschen und mit Gott zu bringen. Immer wieder scheinen Gottes Pläne und Versuche zu scheitern. Die Bibel erzählt uns unglaubliche Geschichten davon. Aber nun so sagt und ruft Jesus im Todeskampf aus, nun ist es vollbracht! Von nun an hat jeder Mensch, ob Mann oder Frau, Kind oder Greis, den ungehinderten freien Zugang zu Gott. Für jeden gibt es vor Gottes Thron und Angesicht: Vergebung, Heilung, Befreiung, Veränderung. Und das eben auch nicht ein für allemal und dann nie wieder. Sondern fortwährend, jeden Tag, jeden Morgen neu, an jedem Heute – gleich wie dein Gestern war.

Unsere Probleme enden nicht, unsere Sorgen auch nicht. Aber an jedem neuen Tag gilt es:

  • Gott liebt jeden Menschen wie ein Vater seine Kinder
  • Jesus ist der einzig wahre Wegbegleiter und treue Freund
  •  Der heilige Geist stärkt und erfreut das Innerste und erfüllt des Menschen Leib mit Mut und Kraft.

In diesem Vertrauen auf Gott erreichen wir das Ziel, nicht in ferner Zukunft, nicht nach großen Mühen irgendwo im Nirgendwo.
Heute und jetzt sind wir schon am Ziel oder besser, in der Mitte unseres Lebens angekommen. Von hieraus können wir entspannt weiter gehen und uns daran erfreuen, losgelöst und befreit unterwegs zu sein. 
Es muss nicht alles fertig werden und perfekt schon gar nicht. Ich will lieber lernen, aus der Mitte meines Lebens heraus Kreise zu ziehen! 


In diesem Sinne: Frohe Ostern
Euer Volker Sturm

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6

Diese unscheinbare und doch so gewaltige Aussage auf den letzten Seiten der Bibel fasst einmal mehr zusammen, was Gott will. Er scheint wirklich perfekt Bescheid zu wissen über unsere Sehnsüchte, den inneren und äußeren Durst des menschlichen Wesens. Wir dürsten tagein/tagaus. Benötigen eine Menge Wasser, um am Leben zu bleiben. Wir trinken und es rinnt durch unsere Kehle. Wir saugen es auf mit Augen und Sinnen und nähren unsere Seele. Es ist vielsagend, nicht nur interessant, dass es im Hebräischen für „Kehle“ und „Seele“ dasselbe Wort gibt. In dieser sprachlichen Gleichheit mag das kluge Wissen liegen,

dass Leib und Seele gleichermaßen hungern, dürsten, nach Atem ringen. Meine Seele dürstet nach Gott, Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott... nach dem lebendigen Gott... so rufen wir Menschen seit Jahrhunderten, mit Worten oder einfach in unserem Sein. Wie gut, dass es da diese Antwort und Verheißung aus Gottes Mund gibt. Der Durst nach Leben und Lebenssinn kann gestillt werden, ja muss gestillt werden. Vielleicht wie der natürliche, körperliche Durst immer wieder, jeden Tag, jede Stunde. Es gibt eine Quelle des lebendigen Wassers. Es gibt sie, diese wirkliche Quelle, die den Lebensdurst zu stillen vermag, immer wieder, jeden Tag. Eben gerade nicht in dem Sinne: Einmal trinken und für immer gut!?

Nein, diese Quelle des lebendigen Wassers will in uns Menschen zu einer eigenen, persönlichen Quelle des lebendigen Wassers werden.

Eine Quelle versiegt, wenn wir sie zustopfen. Eine zugestopfte Quelle muss man öffnen, damit das Land um sie herum nicht morastig wird. Ein Sumpf wird. Eine Quelle will fließen und wird dabei unausschöpflich.

Es ist die Einladung Gottes, die uns hier deutlich begegnet. Öffne dich, lass dich erfüllen, werde selbst eine Quelle des lebendigen Wassers, trinke, stille deinen Durst, erfrische und belebe dich täglich, immer wieder.

Gott beschenkt! Das lebendige Wasser ist kostenlos! Wir müssen es uns nicht verdienen, ja wir können es gar nicht verdienen. Es wird umsonst angeboten. - Aber es war nie billig zu haben. Es hat Gott den Vater, Gott den Herrn Jesus Christus, viel gekostet. Er hat es bezahlt, um es anschließend frei und als Geschenk anzubieten. Es ist auch nie secondhand oder zweite Wahl. Sondern immer first class und kommt aus erster Hand.

Bleibt uns also die Einladung zur lebendigen Quelle wahrzunehmen und in sie einzustimmen so wie es ganz zum Schluss der Bibel lautet:

Offenbarung 22,17: Und der Geist und die Braut sprechen „Komm!“ und wer es hört der spreche: „Komm!“ Und wen da dürstet der komme; und wer da will, der nehme der spreche: „Komm!“ Und wen da dürstet der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. das Wasser des Lebens umsonst.

Ihr/euer Volker Sturm

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Monatsspruch November 2017
Hesekiel 37,27

Wohl dem der weiß, was er will! Das Leben fordert von uns Entscheidungen. Unser Wille ist gefragt, unsere Entschiedenheit gefordert. Der Mensch braucht den guten Willen für die gute Tat. Dabei ist es durchaus schwierig zu unterscheiden zwischen Gutem und Bösem. Vielleicht sollten wir öfter fragen: „Was ist nützlich? Und was ist unnütz?“ Um dann das Nützliche zu wollen. Mir erscheint es jedenfalls nützlich zu sein, über die Nützlichkeit zu einer guten Entscheidung zu finden. Dann fällt es mir auch leichter zu sagen: „Ich will!“ Und dann das Gewollte auch zu tun. Dabei ist es auch nicht so wichtig, ob mein Wille das Ergebnis gründlichen Nachdenkens ist oder aus tiefstem inneren Gefühl mein Herzensanliegen geworden ist. Ob Herz oder Kopf, ob Bauch oder Verstand – in unserer Entscheidungsfähigkeit spiegelt sich ja nun einmal mehr die „Ebenbildlichkeit“ Gottes.

Zweimal spricht Gott in diesem einen Satz aus, was Er will: Ich will – bei dir wohnen; Ich will – dein Gott sein! „Das ist der Hammer!“ (Zitat: Jugendsprache)

In der Tat, was für eine aufbauende, stärkende, Hoffnung verbreitende, innerlich heilende, tröstende, erlösende... Zusage, Aussage, Willensbekundung!

Wie einfach ist es doch diesem Gotteswillen, mit dem eigenen Willen von Herzen zuzustimmen. Ja - ich will, dass Du bei mir wohnst; Ja - ich will, du sollst mein Gott, Vater, Sohn und Geist sein.

Niemand muss oder kann Gott zu solchem Wollen zwingen, überreden, überzeugen. Sie (die Menschen) sollen mein Volk sein. Auch hierzu gebe ich mein Ja und Amen. Ja - ich will zu dir und deinem Volk gehören.

In der vor uns liegenden Jahreszeit erinnern wir uns einmal mehr an diesen starken Willen Gottes. Die Traditionen des Kirchenjahres laden uns dazu ein, Gottes ausgesprochenen Willen fest zu halten und stark und lebensmutig zu werden. Ob: Allerheiligen, Allerseelen,Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag oder die Adventssonntage, Heiligabend, Weihnachten... Wir zünden Lichter an in dieser dunklen Zeit, wir halten uns fest an diesem JA Gottes zu den Menschen, das wie ein Feuer brennt und uns wärmt.

Ich will bei ihnen wohnen! Ich will ihr Gott sein! Sie werden mein Volk sein!

Gott hat uns Wohnung und Leben versprochen. Eine Bleibe geschaffen, die in die Ewigkeit reicht. Unter seinem Schutz und Beistand lebt es sich gut. Sein Volk zu sein, ist wohl das Größte auf Erden.

Das will ich gerne feiern, mit dir und allen Menschen.
Ihr/euer Volker Sturm

 

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

Monatsspruch Oktober 2017
Lukas 15,10

Es ist die Freude über das Finden, von der Jesus hier spricht. Auch die Freude über das Gefunden haben und das Gefunden sein. In drei sehr verschiedenen Gleichnisreden schildert Jesus wie es ist, wenn etwas verloren gegangen ist.

Ein verlorenes Schaf, eins von Hundert, hat sich verlaufen, ist abends nicht bei der Herde – der Hirte macht sich auf, sucht die ganze Gegend ab. Ein verlorener „Groschen“, angeblich eine „Aussteuermünze“, absolut wichtig für die bevorstehende Hochzeit. Die Frau stellt das Haus auf den Kopf, sucht überall, unermüdlich. Ein Mensch hatte zwei Söhne. Der Jüngere, durchtrieben und gierig erklärt er seinen Vater für tot und will sein Erbe haben. Er bekommt es und mit Taschen voller Geld stürzt er sich ins Leben oder sollte ich besser sagen, in den Abgrund. Er wird zum Synonym: „Der verlorene Sohn“.

Der Vater muss lange warten bis dieser verlorene Sohn zurückkehrt, nach Hause kommt. Dabei stellt sich zum Erschrecken aller heraus, dass der zu Hause gebliebene ältere Sohn nicht weniger verloren ist. In seinem harten Herzen kennt er keine Gnade und dadurch wird ihm das Nahe-beim-Vater-sein auch nie zur Freude. Dabei geht es eben genau um diese Freude.

Eigentlich ist es ganz klar, von wem Jesus hier spricht: Von Gott, dem himmlischen Vater.

Er ist der gute Hirte in Gestalt seines Sohnes Jesus, der das Verlorengegangene sucht. Er ist die Frau, die die eine Münze unbedingt finden muss und ohne sie nicht glücklich sein kann. Er ist der Vater, der zwei Söhne hat – so als wenn die Menschheit nur aus zwei Söhnen bestünde.

Der Eine sagt sich von ihm los und vergeudet das Hab und Gut seines Vaters, ohne das Leben, das er sucht, finden zu können. Und der Andere, der Hüter der Moral, der religiöse Eiferer, der Bewahrer von Sitte und Anstand, lebt so nahe bei Gott und doch so verloren, unendlich weit entfernt.

Es wird Freude sein, sagt Jesus, unbändige, überströmende Freude, nicht mehr endende Freude, vor den Engeln Gottes, also in Gottes unbegreiflicher Welt, schlägt die Freude Purzelbäume.

Warum?

Weil immer wieder Menschen erkennen, dass Sünde eigentlich „Getrennt-sein-von- Gott“ bedeutet. Getrennt sein auch vom Leben, von der Erfüllung und von der Freude. Aber das kann jeder ändern. In der Sprache der Bibel nennt man das Buße tun – Sinnesänderung. Ich ändere meinen Sinn. Ich mache mich auf den Weg.

Ich lasse mich finden und werde gefunden. Und dann ist die Freude groß!

 

In diesem Sinne, eine frohe Zeit
Ihr/euer Volker Sturm

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher
werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Monatsspruch  Juli 2017
Philipper 1,9

Eigentlich haben wir schon alles, jedenfalls alles was wir wirklich brauchen. Sicher gibt es noch das Eine oder Andere, das wir gerne hätten. Aber selten war eine Generation so reich und gut versorgt wie wir heute. Und wenn jemand eigentlich schon alles hat, was soll man da noch schenken? Immer öfter steht man vor dieser Frage: Was könnte der/die zu Beschenkende denn überhaupt „brauchen“? Er oder sie hat ja schon alles. Also schenken wir Geld – aber wie viel? Und wie viel schenken die Anderen? Onkel, Tanten, Freunde, wie viel ist richtig und angemessen? Fragen über Fragen, nur weil du eingeladen wurdest zum Feiern. Da willst du nur etwas Gutes tun und gerätst in einen Geldgeschenke-Konkurrenzkampf. Zu viel sieht protzig aus, zu wenig geizig. Und dann gibt’s da auch das Problem mit dem Erinnern. Es fällt mir doch wahrhaftig nicht mehr ein, was und wie viel ich beim letzten Mal geschenkt habe. Und Listen darüber schreiben, wem ich wann, was und wie viel geschenkt habe....?

Unter Erwachsenen ist es darum oft ein Geld-Hin-und-Her-Geschiebe, vorausgesetzt du weißt noch, wie viel du beim letzten Geburtstag bekommen hast. Nein – eigentlich haben wir schon alles – auch bei der Hochzeit schenkt man doch am besten – Geld.

Die Gemeinde in Philippi hatte immer reichlich gegeben. Sie haben reichlich Liebe erwiesen. Und Paulus der im Gefängnis sitzt kann „keine großen Sprünge machen“. Er schenkt dieser Gemeinde sein Lob und verschenkt dankbare Anerkennung. Auch noch mehr Erkenntnis und Wissen allein, wünscht Paulus nicht. Sondern er verbindet diese drei wichtigen „Geistesfrüchte“, Lebenselemente. Er weiß zu gut, dass eine richtig tolle Erkenntnis, vorgetragen ohne Liebe, nichts bewirkt, vielleicht sogar nur verärgert. Und was nutzen dir deine super tollen geistlichen Erfahrungen, wenn dir dein ungeistliches Umfeld eigentlich „wurscht“ ist?!

Aber auch Liebe kann an der Oberfläche bleiben und ausarten in Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit, oberflächliches Liebesgesäusel. Nur keinem auf den Schlips tretend wird sie dann zum „Leisetreter“. Liebe braucht deshalb auch Erkenntnis. So liebt ja auch Gott in der Wahrheit. Es gibt im Glauben keine harten Fakten, die der Liebe entgegen stehen könnten. Die Erkenntnis und die Erfahrungen oder Einsichten gehören zur Liebe. Wachsen und reicher werden, ja mehr und mehr überreich werden an liebendem umfassendem Verständnis, das ist des Paulus Gebet für die Christen in Philippi. 

Verschenken wir also nicht nur Geld, sondern auch Lob und Dank und ein Gebet. Denn wir machen ja immer wieder die Erfahrung, dass Liebe sich vermehrt, wenn wir sie teilen.  

Ihr/euer Volker Sturm

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Monatsspruch Mai 2017
Kolosser 4,6

 

Es ist schon nicht so einfach, eine freundliche Rede zu führen, wenn gerade etwas schief gegangen ist. Sich zu ärgern und sauer zu reagieren fällt da leichter. Überhaupt reden wir ja eher über das, was uns stört oder andere falsch gemacht haben. Und wir wissen es nicht nur besser, sondern betrachten unser Tun als „vorbildhaft“ und richtig. Gerade über unser Umfeld, Bekanntenkreis, Beziehungsgeflechte lässt sich herrlich „ablästern“. Erst recht über das erweiterte Umfeld: Arbeitskollegen, Chefetage, Nachbarn, Feinde...

Kein Wunder, wenn dann unsere Stimmung getrübt ist, unsere Beziehungen gelähmt, unsere Bekanntschaften wechselhaft sind und sich eine Disharmonie ausbreitet. So wird also die Aufforderung des Paulus an die Christen in Kolosser 4,6 zu einer echten Ermunterung und gar nicht zu einer Zumutung: allezeit–freundlich–reden!?

Eine freundliche Rede kommt aus einem freundlichen Gemüt. Freundliche Worte erwecken freundliche Gedanken. Allezeit freundlich reden, bezwingt das Schwere, Leidvolle oder auch Unerledigte.

Dabei kann – ja muss sogar – freundliches Reden bei der „Wahrheit bleiben“. Ungeheuchelt, echt sein, nicht schleimig.
Manchmal gelingt mir das – vielleicht – aber allezeit?!
Also immer - oder immer öfter – fast immer und immer wieder!
Die Steigerung dieser Ermutigung ist nun der Schluss des Satzes: mit Salz gewürzt. Darüber muss Man(n) und Frau erst mal nachdenken.

Jemandem „die Suppe versalzen“ ist auch hier das Erste, was mir einfällt. Aber Paulus meint sicher das Gegenteil. Salz war eine Kostbarkeit (genannt: das weiße Gold). Unser Reden kann also etwas Kostbares sein und werden. Als Prediger wünscht er sich das: Etwas Gutes soll in den Zuhörern entstehen, Heilvolles, positive Wirkung. Schmecken soll es auch. Salz gibt guten Geschmack, Würze, ein Mhmm und ein Aaaah: „Das schmeckt gut...“.

Vieles, wenn nicht alles hängt hier an der Dosierung. Die Menge macht den guten Geschmack oder die Übelkeit. Es ist also durchaus eine Frage des guten Geschmacks, freundlich oder wie es bei Luther heißt: lieblich zu reden. Liebevolle Worte zu suchen und auszusprechen und damit dem Leben Würze, Geschmack zu verleihen. Mit Salz gewürzt heißt sicher dann auch: die faulen Ausreden im Manuskript zu streichen. Denn Salz wirkt sehr gut gegen Fäulnis, macht haltbar.

In diesem Sinne lade ich dich/Sie herzlich ein. In unseren Gottesdiensten und Begegnungen wollen wir allzeit freundlich und geschmackvoll miteinander reden und so unser Vorbild Jesus Christus nachahmen.

Ihr/euer Volker Sturm